
Die Gruppenphase verändert die Rechnung. Eine Niederlage bedeutet kein Aus, ein Spieler kann den Auftakt verlieren und trotzdem das Halbfinale erreichen, und am letzten Gruppenspieltag lässt die Qualifikationsmathematik eine Partie oft ganz anders aussehen als ein normales Duell. Gewonnene Sätze und Spiele dienen als Vergleichskriterium, deshalb zählen Abstände selbst dann, wenn ein Ergebnis feststeht. Der Hartplatz in der Halle belohnt sauberes Schlagen und sicheren Aufschlag, und weil diese acht einander oft begegnet sind, wiegen direkte Vergleiche schwerer als in einem offenen Tableau.
Die ATP Finals beschließen die Saison der Herrentour und versammeln die besten Einzelspieler und Doppelpaare aus der Rangliste des Jahres. Zwei Vierergruppen spielen jeder gegen jeden, die zwei Besten je Gruppe erreichen das Halbfinale, alle Partien gehen über zwei Gewinnsätze.
Der Ablauf selbst ist ungewöhnlich. Jede Session verbindet ein Doppel mit einem Einzel, die Spieler treten abwechselnd an statt in Serie, und Ersatzspieler stehen bereit, falls jemand absagen muss. Alles findet in einer einzigen Halle statt, niemand reist, und die Bedingungen bleiben vom ersten bis zum letzten Ball gleich, was den Blick ganz auf die Ausführung lenkt. Die Halbfinals kreuzen die Gruppen, ein Gruppensieger trifft also auf einen Zweiten. Aufschlagquote und gewonnene Punkte hinter dem zweiten Aufschlag erklären Ergebnisse besser als die Zahl der Gewinnschläge.
